24. Mai bis 30.Oktober 2016
NEUES LAND. Hans Berben: Fotografien 1946 - 1951

Die Städte sind gezeichnet von den allgegenwärtigen Spuren des Bombenkrieges, ihre Bewohner von den körperlichen und mentalen Folgen der Kriegsjahre, der Verfolgung, von Wohnungsnot und Hunger. Im Alltag treffen Flüchtlinge, DPs (Displaced Persons) und frühere NS-Funktions­träger aufeinander. Geregelt wird das Miteinander von der britischen Militärregierung. Sie will demokratische Strukturen aufbauen und gleichzeitig die Entnazifizierung der Gesellschaft vorantreiben. In Düsseldorf bündeln die Briten ihre Anstrengungen für den demokratischen Neuaufbau des zukünftigen Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf wird 1946 Landeshauptstadt.

Der freie Journalist Hans Berben (1914–1979) ist Chronist dieser außergewöhnlichen Jahre. Seine Kamera hat er immer dabei, wenn er für die Zeitung „Rhein-Echo“ aus Düsseldorf und der Region berichtet. Er fotografiert die politischen Akteure des demokratischen Neuanfangs des Landes genauso wie die Kinder auf dem Schwarzmarkt. Seine persönlichen Kontakte in die Kulturszene erlaubten ihm ungewöhnliche Einblicke ins gerade gegründete Kom(m)ödchen und in die jüdische Nachkriegsgemeinde. Seine Fotos zeigen den ungeschminkten Alltag dieser Zeit. Stets haben sie den Menschen im Blick.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Gründung des Landes NRW werden die Bilder mit dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zur Ausstellung erscheinen ein Bildband mit mehr als 200 Fotos sowie ein immerwährender Kalender. Siehe Publikationen.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und des LVR-Zentrum für Medien und Bildung mit Unterstützung der NRW-Stiftung, der Droste Verlag GmbH und der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung.

Einen Flyer mit weiteren Informationen und den Terminen der Begleitveranstaltungen können Sie hier einsehen oder herunterladen.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Öffnungszeiten: Di-Fr und So 11-17 Uhr, Sa 13-17 Uhr, Mo geschlossen

Sonntag, 3. Juli 2016
Stolperstein-Rundgang

Wir bieten einen Rundgang zu ausgewählten „Stolpersteinen“ in Düsseldorf an, die an Männer, Frauen und Kinder erinnern, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.

275 Steine des Künstlers Gunter Demnig wurden bereits im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet verlegt. Hinter den Erinnerungszeichen im Straßenpflaster verbergen sich individuelle Biografien. Diese Lebensgeschichten werden anhand von Dokumenten und Fotos aus der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte erläutert.

Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten.

Eine Anmeldung ist erforderlich, entweder per Telefon: (0211) 89 96205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Beginn: 15 Uhr
Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Dienstag, 5. Juli 2016
Jüdisches Leben in Düsseldorf (1)

Stadtrundgang mit Rabbiner Josh Ahrens

Unter der sachkundigen Leitung von Rabbiner Josh Ahrens bieten wir einen besonderen Stadtrundgang an, der sich dem jüdischen Leben in Düsseldorf bis zum Zweiten Weltkrieg widmet.

Die Teilnehmer erfahren vieles zur Entwicklung und Geschichte der jüdischen Gemeinde, über wichtige Familien und Persönlichkeiten und über die Synagogen und deren einstige Standorte. Die Führung gibt auch Einblick in grundlegende Konzepte des jüdischen Glaubens. Ein zweiter Rundgang „Jüdisches Leben in Düsseldorf heute“ am 18. Juli 2016 schließt chronologisch an, beide Rundgänge können aber auch unabhängig voneinander besucht werden.

Um eine Anmeldung bis zum 1. Juli 2016 wird gebeten, telefonisch unter (0211) 89 96205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de .

Die Teilnahme ist kostenlos.
Treffpunkt: vor dem Eingang der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29.
Beginn: 17 Uhr

Mittwoch, 6. Juli 2016
"Kein schöne Zeit ..."

Lesung mit Paul-Ernst Cohen

Aufgerüttelt durch ein Memorial zu den Deportationen von Juden aus Baden und dem Elsass nach Südfrankreich machte sich Paul-Ernst Cohen 2014 auf Spurensuche: unter anderem zu den Biographien seines Großonkels Ernst, der im November 1938 in Buchenwald ermordet wurde, und Max Cohen, welcher in der „Heil- und Pfleganstalt Grafenberg“ 1935 verstarb. Zwischen Archiv- und Literaturrecherchen unternahm der 60-jährige ehemalige Sozialpädagoge eine Fahrradtour in drei Etappen von Mannheim nach Gurs, der Bahnroute von 1940 entlang. Daneben besuchte er drei überlebende Frauen der Deportation aus Baden und der Pfalz, die heute in der Schweiz und Israel leben.

Mit seinem Gedenkbuch „Kein schöne Zeit in diesem Land“ sind Erkenntnisbemühungen und Erfahrungen publiziert worden, die durchaus aktuell sind. Die Lesung des Autors wird musikalisch begleitet von Christiane Cohen.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 19 Uhr

Samstag, 9. Juli 2016
Django Reinhardt Festival im zakk

Bereits zum vierten Mal findet ein internationales Sinti-Musikfestival in Düsseldorf statt. Die Sinti Union Düsseldorf e.V. widmet das Festival dem berühmten Django Reinhardt.

Rigoletto Mettbach und sein Team haben das Festival „zu Ehren Django Reinhardts“ 2013 ins Leben gerufen, das jährlich im Sommer in Düsseldorf stattfinden soll. Für die Nachfahren des Erfinders des sogenannten „Sinti-Jazz“ oder „Gypsy-Swing“ ist die Musik immer noch das wichtigste Ausdrucksmittel über die Ländergrenzen und auch Kulturen hinweg. Das Festival steht unter dem Motto: „Sag nein zu Rassismus und Ausgrenzung“. Begegnungen zwischen Sinti und Nicht-Sinti bauen Vorurteile ab.

Das diesjährige Festival unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Geisel präsentiert eine Mischung von klassischem Sinti-Jazz im Stil von Django Reinhardt und modernem Sinti-Jazz mit Flamencomusik und lateinamerikanischen Einflüssen. Als besonderes Highlight präsentiert das Rigo Winterstein Swingtett diesmal „Frau Dr. Jazz“ Lous Dassen. Außerdem sind dabei die Feigeli Prisor Band, Christiano Gitano und andere Musiker.

Eine Veranstaltung der Sinti-Union Düsseldorf in Kooperation mit dem zakk und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Das Festival wird von der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Land NRW gefördert.

Ort: zakk, Fichtenstraße 40
Beginn: 18 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr
Eintritt: VVK 15 €, Abendkasse 18 €