17. Januar bis 28. Mai 2017
Fred Stein: Auf dem Weg. Dresden-Paris-New York

Fotoausstellung

Straßenszene in New York City. (Fred Stein)

Im Oktober 1933 floh der damals 24-jährige Jurist Alfred (Fred) Stein mit seiner Frau Liselotte aus Dresden nach Paris. Die als Hochzeitsreise getarnte Flucht war nötig, da er als Sozialist und Jude im Fokus der Gestapo stand.

Im Pariser Exil machte Fred Stein notgedrungen aus seinem Hobby einen Beruf: Gemeinsam mit seiner Frau eröffnete er ein Fotostudio. Dabei offenbarte sich sein herausragendes Talent. Zunächst in Paris und ab 1941 in New York entpuppte er sich als Meister des Porträts und der spontanen Straßenfotografie.

2013 widmete das Jüdische Museum Berlin Fred Stein eine Werkschau unter dem Titel „Im Augenblick“. Die Mahn- und Gedenkstätte präsentiert diese Ausstellung nun erstmals in Düsseldorf und nimmt in einer Erweiterung zudem den Menschen Fred Stein, seine Familie und deren Weg ins Exil in den Blick.

Zur Ausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt. Weitere Informationen und alle Termine finden Sie in einem Flyer, der als PDF hier einsehbar und/oder herunterzuladen ist.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Öffnungszeiten: Di-Fr und So 11-17 Uhr, Sa 13-17 Uhr, Mo geschlossen

Wege der Erinnerung

Ausstellung in der Volkshochschule

Noch bis zum 3. März 2071 erinnert die Ausstellung "Wege der Erinnerung" im Foyer der Volkshochschule Düsseldorf an die Massaker von Babyn Jar und Kamjanez Podilskyi. 

Die Schlucht von Babyn Jar auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew war im September 1941 Schauplatz der größten einzelnen Mordaktion im Zweiten Weltkrieg. An zwei Tagen wurden über 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen. Zuvor bereits, Ende August 1941, waren beim Massaker von Kamjanez-Podilskyj mehr als 23.000 Juden ermordet worden. Bis zur Einnahme Kiews durch die Rote Armee im November 1943 fanden weitere Massenerschießungen statt.

2016 organisierte die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, unterstützt durch das Auswärtige Amt, die Reise einer multikulturell besetzten Delegation auf den Spuren der Opfer und Täter. Die Teilnehmer trafen Zeitzeugen, Wissenschaftler, Menschenrechtler und Journalisten. Vor allem aber suchten sie den Dialog mit jungen Ukrainerinnen und Ukrainern. Diese Reise wurde filmisch dokumentiert.

Mit Gästen aus der Ukraine und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf wurde der Austausch in Workshops in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf fortgesetzt. Die Ergebnisse dieses intensiven Dialogs werden nun präsentiert.

Eine Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte, dem Landessozialgericht, dem Sozialgericht Düsseldorf und der Volkshochschule Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Volkshochschule, Bertha-von-Suttner-Platz 1
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9:30 bis 20 Uhr, Sa 9:30 bis 14 Uhr

Sonntag, 5. März 2017
Grand Tour durch das Stadthaus

Bei drei kulturhistorischen Führungen wird der gesamte Gebäudekomplex zwischen Mühlen- und Andreasstraße erkundet. Die Teilnehmer besichtigen die Kirche St. Andreas, das Derag Livinghotel De Medici und die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Im Anschluss an die Führungen findet ein klassisches Konzert in der Andreaskirche mit dem Chor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf statt.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Derag Livinghotels De Medici, der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und der St. Andreaskirche. Eine Voranmeldung ist erforderlich unter (0211) 160920 oder per E-Mail an medici@derag.de.

Die Teilnehmerzahl ist auf 50 Personen begrenzt.

Teilnahmegebühr: 45 € pro Person (inklusive Gedeck im Kaffeehaus De Medici)
Treffpunkt: Derag Livinghotel De Medici, Mühlenstr. 31
Beginn: 11.45 Uhr

Dienstag, 7. März 2017
"Liga Terezin"

Filmpräsentation im zakk

Der Dokumentarfilm „Liga Terezin“ entstand, nachdem der Israeli Oded Breda auf Bildern aus Theresienstadt seinen Onkel entdeckt hatte.

Bei Fußball denken viele an gute Stimmung und volle Stadien. Doch vor etwa 80 Jahren missbrauchten die Nationalsozialisten auch den Fußball für ihre Propagandazwecke. Das Konzentrationslager Theresienstadt wurde vom Regime als „Vorzeigeghetto“ dargestellt, in dem es angeblich human zuging. Fotos und Filme von Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen sollten der Öffentlichkeit ein gutes Leben der Inhaftierten im Ghetto vorgaukeln.

Auf dem gleichen Kasernenhof, auf dem sonst Gräueltaten an der Tagesordnung waren, wurde eine Fußballliga veranstaltet. Breda wollte mehr erfahren: Er interviewte Spieler und Zuschauer, die überlebt hatten, und trug umfangreiche Informationen zusammen. Zusammen mit zwei Filmemachern wurde daraus die Dokumentation über die „Liga Terezin“.

Eine Veranstaltung der Fortuna Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und dem Kulturzentrum zakk.

Der Eintritt ist frei.
Ort: zakk, Fichtenstraße 40
Beginn: 19.
30 Uhr

Mittwoch, 8. März 2017
Reichsmusiktage in Düsseldorf

Vortrag von Ina Stenger M.A.

In den Jahren 1938 und 1939 war Düsseldorf – die „Kunststadt des Westens“ – Schauplatz einer groß angelegten nationalsozialistischen Propagandaveranstaltung: Unter der Schirmherrschaft von Joseph Goebbels wurden die Reichsmusiktage inszeniert. In diesem Rahmen wurde 1938 auch die Ausstellung „Entartete Musik“ gezeigt, die diverse Künstler, Werke und Stile diffamierte.

Ina Stenger (Heinrich Heine Universität Düsseldorf) zeigt auf, dass es keinen offiziellen politischen Konsens darüber gab, welche Musik als „entartet“ abgelehnt oder als „deutsch“ gefördert werden sollte. Auch die zeitgenössische Bewertung des Musikfestes spiegelt solche ideologischen Interessenkonflikte innerhalb der NS-Musikpolitik wider. In diesem Kontext stellt sich auch die Frage, warum gerade Düsseldorf als Veranstaltungsort gewählt wurde.

Eine Veranstaltung des Düsseldorfer Geschichtsvereins in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29
Beginn: 18.15 Uhr

Donnerstag, 9. März 2017
Erinnerung an Ignatz Bubis

Vortrag im Gerhart Hauptmann Haus

Fritz Backhaus, der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, beleuchtet in seinem Vortrag wichtige Stationen im vielschichtigen Leben von Ignatz Bubis (1927-1999) .

Schon der Umstand, dass Ignatz Bubis am 12. Januar 1927 im damals zum Deutschen Reich gehörenden Breslau geboren wurde, war eine Folge der gewaltigen und gewalttätigen Verwerfungen im Europa des 20. Jahrhunderts. Seine Eltern waren 1919 aus Russland geflohen, das nach dem Zusammenbruch des Zarenreichs von einem brutalen Bürgerkrieg erfasst wurde. Die jüdische Bevölkerung, aus der Bubis‘ Familie stammte, hatte dabei besonders zu leiden. Die Flucht nach Deutschland brachte jedoch alles andere als Sicherheit vor antisemitischer Verfolgung. 1935 floh die Familie in die polnische Heimat von Ignatz Bubis‘ Mutter – im besetzten Polen wurden dann zahlreiche Familienangehörige Opfer der rassistischen Mordpolitik der NS-Diktatur.

Der junge Ignatz Bubis selbst überlebte und kehrte nach dem Kriegsende nach Deutschland zurück. Bald übernahm der Geschäftsmann führende Funktionen zunächst in der Jüdischen Gemeinde seines Wohnortes Frankfurt a. M., später im Zentralrat der Juden in Deutschland. Von 1992 bis zu seinem Tod war Bubis dessen Vorsitzender. Als aktiver Politiker setzte er sich gegen Diskriminierung von Menschen, gegen Vorurteile und für die freiheitliche Demokratie ein.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Gerhart Hauptmann Hauses und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Der Eintritt ist frei.
Ort; Gerhart Hauptmann Haus, Bismarckstr. 90
Beginn: 19 Uhr