26. Januar bis 8. Juli 2018
„Menschen in Auschwitz 1941–1943“

Häftlingsporträts von Josef Rosalia Hein

Porträt von Piotr Seifert.

Im Jahr 2015 jährte sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 70. Mal. Der Düsseldorfer Künstler Josef Rosalia Hein, geboren 1979, reiste dadurch angeregt in das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau. Eigentlich hatte er nicht vor, diesen Besuch künstlerisch zu verarbeiten, doch die vielen Eindrücke ließen Hein nicht los. In einer intensiven Arbeitsphase schuf er einen Werkzyklus, der aus 111 Tuschezeichnungen und einer Video-Installation besteht.

Die Grundlage seiner künstlerischen Auseinandersetzung bilden die erkennungsdienstlichen Fotografien, die unter anderem durch den ebenfalls inhaftierten Wilhelm Brasse zwischen 1941 und 1943 von Häftlingen bei ihrer Registrierung im Lager im Auftrag der SS angefertigt wurden. Der individuelle Mensch, das einzelne Gesicht im Kontrast zur bewusst vereinheitlichten Häftlingskleidung, steht im Mittelpunkt von Heins Zeichnungen. Durch die Reduktion von schwarzer Tusche auf weißem Papier spricht aus ihnen eine würdevolle Eindrücklichkeit.

Ergänzt werden die Werke Heins durch mehrere Ausstellungstafeln, die den historischen Kontext des Lagerkomplexes Auschwitz, den Entstehungsrahmen der erkennungsdienstlichen Fotografien und die Biografie Wilhelm Brasses erläutern. In einer computerbasierten Darstellung werden zudem die wenigen bekannten biografischen Informationen zu den porträtierten Männern und Frauen vorgestellt.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf in Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf.

Hinweis: Ein Teil der Ausstellung wird im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte gezeigt, der nicht barrierefrei zugänglich ist.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

6. Februar bis 27. Mai 2018
„Das Erbe der Zeitzeugen“

Licht-Collagen/Fotografien von Bernard Langerock

Hermann Laupsien (1910-2007)

Die Werkserie von 12 Erinnerungsporträts ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Zeitzeugen der nationalsozialistischen Epoche, die sich für die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf engagierten. Viele Jahre lang berichteten sie eindrucksvoll und einprägsam von ihrem Schicksal als Verfolgte im Dritten Reich, und sie setzten sich engagiert für die Vermittlung ihrer Erinnerungen ein.

Künstlerisch geht es in dieser Ausstellung nicht so sehr darum, ein „realistisches“ Porträt zu erstellen. Vielmehr geht es um den Versuch, das „innere Bild“ als lebendigen Prozess zu visualisieren. Erinnerungen an Personen, Situationen oder Gegenstände sind oft überlagert, verkrustet und kommen aus verschiedenen Zeitabschnitten des Lebens. Manche Erinnerungen sind intensiver als andere, manche sind klar, andere sind verschwommen oder zugeschüttet. Es ist ein Prozess, der auch an den menschlichen Körper und seine Fähigkeiten gebunden ist. Die entstandenen Licht-Collagen/Fotografien simulieren den Prozess der visuellen Verarbeitung und Speicherung von Bildern im menschlichen Gehirn.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Öffnungszeiten: So, Di bis Fr: 11 bis 17 Uhr, Sa: 13 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.

Donnerstag, 24. Mai 2018
Am Abend

Rundgang durch die aktuelle Sonderausstellung

Wir bieten eine Impulsführung durch unsere Sonderausstellung „Menschen in Auschwitz 1941-1943“ (siehe oben) an. Wie kam es zu diesem Werkzyklus? Welche historischen Hintergründe verbergen sich hinter den Zeichnungen von Josef Rosalia Hein?

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 19 Uhr

Sonntag, 27. Mai 2018
Offene Führung durch die Dauerausstellung

Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus

Blick in die Ausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".

"Ich hatte keine Angst. Ich habe nur gedacht: Du darfst keinen verraten - [...]". So die Erinnerung von Wolfgang Kannengießer an seine zweitägige Gestapohaft als Teenager.

Welche Ereignisse verbergen sich hinter den Schlagworten "Kleinkrieg am Rochusplatz" oder „Razzia von Gerresheim“? Was bedeutete es „unangepasst“ zu sein, das Privatleben unter ständiger Beobachtung zu wissen? Mehr zu dem Schicksal von Wolfgang Kannengießer und anderen Jugendlichen aus Düsseldorf erfahren Sie in unserer kostenfreien Führung durch die Dauerausstellung "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus".

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Beginn: 15 Uhr