12. September 2017 bis 14. Januar 2018
"ohne Obdach. ohne Schutz."

Drei Ausstellungen zum Thema Obdachlosigkeit

Obdachlose, Bettler und andere soziale Außenseiter wurden aus der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ gnadenlos ausgegrenzt: Die Rassenlehre des Nationalsozialismus erklärte sie zur Gefahr für den deutschen „Volkskörper“, zu „Asozialen“, die überflüssig seien. Behörden, Polizei und Gerichte, Wohlfahrtsverbände und Gesundheitsämter machten sich daran, Menschen ohne festen Wohnsitz, Alkoholiker und Suchtkranke, Gelegenheitsprostituierte, Kleinkriminelle und verarmte Wanderarbeiter zu erfassen, sie „kriminalbiologisch“ zu untersuchen, sie zu sterilisieren oder in die Konzentrationslager zu verschleppen.

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. erstellte Wanderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ im Forum der Gedenkstätte erklärt Voraussetzungen, Grundlagen und Stationen der nationalsozialistischen Verfolgung.

Unsere eigene Schau „Ohne Obdach. Ohne Schutz. Soziale Außenseiter im nationalsozialistischen Düsseldorf“ im Julo-Levin-Raum beleuchtet das Thema aus Düsseldorfer Sicht. Wie wurden Menschen, denen man die Mitgliedschaft in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ absprach, in Düsseldorf verfolgt? Was geschah mit ihnen? Die Ausstellung skizziert auch Biografien von Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die Opfer der Verfolgung wurden, wie Klara Kerz, die als Wohnungslose wegen Kleindiebstahls aus zerbombten Gebäuden hingerichtet wurde.

Ohne Geschichte und Gegenwart miteinander zu vermischen, lenkt der Schweizer Fotograf Leo Gesess in seiner Installation „Mittendrin und doch nicht dabei“ im historischen Luftschutzkeller den Blick auf Obdachlose und ihre Hunde im heutigen Stadtbild. Wie viel Beobachtung, wie viel Beachtung wird ihnen zuteil? In der multimedialen Ausstellung werden die Besucher selbst zum Teil des Düsseldorfer Stadtbildes. (Hinweis: Der historische Luftschutzkeller ist nicht barrierefrei zugänglich.)

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung NRW und allen Kooperationspartner für die freundliche Unterstützung unserer Ausstellungen: Altstadt Gemeinschaft e.V. - Amt für soziale Sicherung und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf - AWO Kreisverband Düsseldorf e.V. - Bahnhofsmission Düsseldorf - BürgerStiftung Düsseldorf - Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. - Caritas-Verband - Der Paritätische Gesamtverband - DGB Region Düsseldorf/Bergisch Land - Diakonie Düsseldorf - Dominikanerkonvent St. Joseph - DRK Kreisverband Düsseldorf e.V. – fiftyfifty - grenzenlos e.V. - Heimatverein Düsseldorfer Jonges e.V. - House of Adwordtising - Katholischer Gemeindeverband - Kirchenkreis Düsseldorf - Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des heiligen Franziskus Sozialwerke e.V.

Zu den Ausstellungen finden zahlreiche Begleitveranstaltungen statt. Alle Informationen finden Sie in einem Flyer, den Sie hier einsehen und/oder herunterladen können.

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Öffnungszeiten: Di-Fr und So 11-17 Uhr, Sa 13-17 Uhr, Mo geschlossen

Dienstag, 17. Oktober 2017
Im Dialog: Herbert Rubinstein

Herbert Rubinstein wurde 1936 in Czernowitz geboren und lebt seit 1956 in Düsseldorf. Er ist ein sehr aktives Mitglied der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf. Im Gespräch mit Hildegard Jakobs erzählt er von seiner Kindheit, seinem Überleben im Ghetto und seinem weiteren Lebensweg, der über die Niederlande nach Düsseldorf führte.

[Diese Veranstaltung ist nicht in unserem Halbjahresprogramm verzeichnet, denn sie sollte ursprünglich am 22. Juni im Rahmen der Bukowina-Wochen stattfinden, musste wegen eines Feuer-Fehlalarms aber ausfallen.]

Der Eintritt ist frei.
Ort: Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29
Beginn: 18 Uhr

Dienstag, 24. Oktober 2017
Herbstferienprogramm 1

Für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren bieten wir einen Workshop an, der sich mit der Geschichte des Boxers Johann Trollmann beschäftigt. Schon als kleiner Junge hatte Johann, genannt Rukeli, den Traum, Boxer zu werden. Obwohl er im Jahre 1933 den Titel des Deutschen Meisters im Halbschwergewicht errang, wurde er als Sinto von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt. Im Workshop lernen die jungen Teilnehmer anhand des Kinderbuchs „Rukeli“ die Lebensgeschichte von Johann kennen.

Anschließend gestalten sie im Hetjens-Museum ein Denkmal aus Ton für Rukeli. Vorher werden Erinnerungsorte in Düsseldorf wie das Denkmal „Ehra“ aufgesucht.

Eine Teilnahmegebühr in Höhe von 8 Euro (inklusive Snacks und Getränke) wird erhoben. Für die Mittagspause bitte eigene Verpflegung mitbringen.

Eine Anmeldung bis zum 23. Oktober wird erbeten, telefonisch unter (0211) 8996205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de.

Start- und Endpunkt des Workshops werden bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Dauer: 10 bis 16 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober 2017
Straßenleben - Obdachlose zeigen ihre Stadt

Stadtführung

In der rund zweistündigen Stadtführung gemeinsam mit armen und wohnungslosen Menschen werden die Teilnehmer Düsseldorf aus einer anderen Perspektive kennen lernen und verborgene Orte entdecken. Wo übernachten Wohnungslose? Wie strukturiert man seinen Tag, wenn man keine Wohnung hat? Wo befinden sich Anlaufstellen? Was bedeutet das Thema Sucht in diesen Zusammenhängen? Die Stadtführer sind Verkäufer der Obdachlosen-Zeitung fiftyfifty und waren selbst auf der Straße zu Hause.

Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf in Kooperation mit dem Projekt „Straßenleben – Obdachlose zeigen ihre Stadt“.

Tickets können bis einschließlich 24. Oktober 2017 an der Infotheke der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29, zum Preis von 7 Euro erworben werden.
Der Startpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Beginn: 17 Uhr

Donnerstag, 26. und Montag, 30. Oktober 2017
Herbstferienprogramm 2

Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren bieten wir zwei Geocaching-Workshops an. Die Teilnehmer begeben sich auf die Spuren der NS-Zeit in der Düsseldorfer Altstadt und erkunden die geheimen Codes, die von damals verbotenen Jugendgruppen verwendet wurden. Bei beiden Terminen werden unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt.

Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils 10 Euro; die GPS-Geräte werden gestellt. Bitte eigene Verpflegung mitbringen.

Eine Anmeldung bis zum 25. bzw. 29. Oktober wird erbeten, telefonisch unter (0211) 8996205 oder per E-Mail an nicole.merten@duesseldorf.de.

Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Dauer: 10 bis 14 Uhr