Theodor Andresen

Am 16. April 1945 setzte eine Gruppe mutiger Düsseldorfer den Polizeipräsidenten, SS-Brigadeführer August Korreng, im Polizeipräsidium fest. Nach einem Befehl des NSDAP-Gauleiters Florian sollte die von amerikanischen Truppen eingeschlossene Stadt noch mit allen Mitteln verteidigt werden. In dieser Lage entschloss sich die Gruppe zu handeln. Ihren Plan nannten sie „Aktion Rheinland“. Zwei Unterhändler, Aloys Odenthal und Karl August Wiedenhofen, erreichten den Stützpunkt der Amerikaner in Mettmann, um dort mit ihnen über die kampflose Übergabe Düsseldorfs zu verhandeln. Ein letzter schwerer Angriff konnte dadurch verhindert werden.

Zu dieser Widerstandsgruppe gehörte auch der 1907 geborene Handwerksmeister Theodor Andresen. Er war als Bauunternehmer tätig und bis zum Jahre 1943 als Soldat am Ostfeldzug eingesetzt, bis er verletzt aus der Wehrmacht ausschied. Als der Architekt Odenthal ihn in die „Aktion Rheinland“ einweihte, war er sofort bereit, sich an dieser zu beteiligen. Doch die Aktion wurde durch regimetreue Beamte des Präsidiums  verraten und der Polizeipräsident befreit. Fünf Mitglieder der Gruppe wurden überwältigt. Noch in der gleichen Nacht wurden Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab, Hermann Weill und der Oberstleutnant der Schutzpolizei, Franz Jürgens – der an der Aktion beteiligt gewesen war und Wiedenhofen und Odenthal Passierscheine, eine Waffe und seinen Dienstwagen zur Verfügung gestellt hatte – im Hof der Schule an der Färberstraße standrechtlich erschossen.

Theodor Andresen hinterließ Frau und drei Kinder. Am nächsten Tag wurde Düsseldorf von der US-Armee befreit. Bei ihnen waren zwei Mitglieder der Gruppe – Aloys Odenthal und Karl August Wiedenhofen.

 

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